Kärnten war im Ersten Weltkrieg ein geographischer Sonderfall, da dessen südliche Außengrenze als einzige der heutigen Bundesländer über weite Strecken eine Frontgrenze war (zwar gab es auch in Tirol eine Front, die sich aber heute in Südtirol bzw. dem Trentino befindet). Wehte der Wind von Süden konnte man den Schlachtenlärm sogar noch in Villach und Klagenfurt hören. Das damals zu Kärnten gehörende Kanaltal wurde im Zuge der Kriegshandlungen verwüstet und zahlreiche Flüchtlinge auf andere Kronländer verteilt.
Im Sommer 1917 verlagerte sich die Frontlinie nach Süden, sodass Flüchtlinge aus Kärnten ab 10. September 1917 wieder zurück in ihre Heimatorte durften. Ausgenommen waren nur Flüchtlinge aus den frontnahen zum Bezirk Villach gehörenden Gemeinden Leopoldskirchen (heute: San Leopoldo Laglesie), Malborghet (heute: Malborghetto Valbruna), Pontafel (heute: Pontebba), Saifnitz (heute: Camporosso) und Uggowitz (heute: Ugovizza) – alle waren damals mehrheitlich slowenischsprachige Orte. Mittellosen Flüchtlingen wurden von der "Zentralstelle der Fürsorge der Kriegsflüchtlinge" bzw. deren Zweigstellen Freifahrtscheine für eine kostenlose Bahnfahrt in den jeweiligen Heimatort ausgestellt.
Links:
"Südtirol, das Küstenland, Kärnten und Dalmatien für Flüchtlinge frei!" (Fremdenblatt vom 10. September 1917)
Weiterlesen: 1914/2014 – Kärnten: Die Frontstadt Kötschach-Mauthen