"Heute sind zwei in Padua aufgestiegene Caproni-Flieger hier eingetroffen, die sehr viel Post von unseren Kriegsgefangen in San Pellagio an Bord führten. Es soll ein regelmäßiger Flugdienst Padua-Wien eingeführt werden. Die beiden Caproni haben den mehr als 500 Kilometer langen Weg ohne Zwischenlandung in der Zeit zwischen ½ 11 Uhr vormittags und ½ 4 Uhr nachmittags ausgeführt, was angesichts der heutigen atmosphärischen Lage eine bedeutende Leistung ist", meldete die Neue Freie Presse am 11. März 1919.
Schon 2 Tage zuvor war eine weitere Caproni-Maschine aus Padua am Flugfeld in Wien-Aspern gelandet. Der italienische Kommandant des Flugzeuggeschwaders Oberstleutnant La Polla lud sogar zwei Staatssekretäre der deutschösterreichischen Regierung zu einem Rundflug über Wien ein: Der für das Heerwesen zuständigen Staatssekretär Josef Mayer und sein Unterstaatssekretär Erwin Waihs genossen laut zeitgenössischen Berichten diesen Rundflug bei herrlichem Frühlingswetter.
Nach dem Ersten Weltkrieg sollten die damals als "Großkampfflugzeuge" bezeichneten Caproni-Maschinen für zivile Zwecke verwendet werden. Dabei kam es im August 1919 bei einem Testflug von Mailand nach Venedig am Rückflug nach Mailand kurz vor der Landung zu einem verheerenden Flugzeugabsturz, der als bis dahin schwerstes Flugzeugunglück der Geschichte 17 Tote forderte, darunter die beiden Piloten, etliche prominente italienische Journalisten und 7 Mechaniker der Caproni Werke.
Links:
Nachrichten von unseren Kriegsgefangenen aus San Pellagio (Neue Freie Presse vom 11. März 1919)
Heute vor 100 Jahren: Ein von der k.u.k. Armee erbeutetes Caproni Flugzeug