"Das Sprichwort, dass ein Unglück selten allein kommt, kann man scheinbar auch auf das Leben einer ganzen Stadt anwenden", schrieb Das interessante Blatt am 14. November 1918. Bei einem Brand in einem Magazin der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft am Wiener Handelskai wurden insgesamt 80 Eisenbahnwaggons mit Lebensmitten vernichtet – angesichts der ohnehin schon dramatischen Lebensmittelknappheit eine absolute Katastrophe:
"Die Wiener sind jetzt von einer argen Lebensmittelnot bedroht, mit den Tschechen und Ungarn wird erst über die Abgabe von Lebensmitteln verhandelt und so schwinden die eingelagerten Vorräte rapide […] Das Magazin erstreckte sich entlang dem Donauufer und grenzte an die Magazine des Lagerhauses der Stadt Wien. Das Magazin war ein langgestreckter Bau von einem Stockwerk Höhe. In dem Magazin selbst, das aus festem Mauerwerk errichtet war, waren Zucker, Dörrgemüse, Melasse und Futterersatz waggonweise eingelagert. Auf bisher ganz unaufgeklärte Weise war das Feuer zum Ausbruch gekommen. Man neigt der Ansicht zu, daß vielleicht durch noch feuchte Lagerung des Futterersatzes oder des Dörrgemüses Selbstentzündung eingetreten ist. In dem gedeckten Gebäude, um das Eisengalerien laufen, konnten die Flammen wahrscheinlich stundenlang wüten, ehe sie entdeckt wurden. Drei volle Stunden wurde an der Eindämmung des Brandes gearbeitet. Der durch Versicherung gedeckte Schaden ist sehr beträchtlich."
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80 Waggons Lebensmittel verbrannt (Das interessante Blatt vom 14. November 1918)