Im März 1919 gingen laufend Sonderzüge mit unterernährten Kindern aus Österreich in die Schweiz ab, wo die Kinder bei Pflegeeltern lebten, und sich erholen konnten. Die Nachfrage war sehr groß und die Dankbarkeit gegenüber der Schweiz äußerte sich in vielfältiger Weise. In Wien wurde beispielsweise der Schweizergarten zu Ehren der Schweiz benannt. Am Montag, dem 17. März 1919, berichtete der Allgemeine Tiroler Anzeiger von einem Kindertransport, mit dem Tiroler Kinder in die Schweiz reisten und kündigte gleich die Modalitäten für den nächsten an:
"Neuaufnahmen für den in Aussicht stehenden nächsten Transport werden ab Donnerstag täglich von 3 bis 5 Uhr entgegengenommen. Für die Aufnahme wolle eine ärztliche Bestätigung, daß das anzumeldende Kind frei von Infektionskrankheiten und infolge des Unterernährungszustandes erholungsbedürftig ist, beigebracht werden. Bereits früher angemeldete Kinder, die bisher noch nicht fortgekommen sind, brauchen nicht neu angemeldet zu werden. Jedoch ist ein ärztliches Zeugnis für sie nachzutragen. Die bisher übliche gemeinsame Untersuchung der Kinder vor Abgang des Transportes entfällt in Hinkunft. Diese Maßregeln sind durch die von den Schweizer Aerzten geübte strenge Untersuchung der Kinder bedingt."
Links:
Kinder in die Schweiz (Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 17. März 1919)
Heute vor 100 Jahren: Hilfslieferungen aus der Schweiz (30. Dezember 1918)