Am 19. März 1919 trat Rita Sachetto gemeinsam mit Fritz Grünbaum und Richard Waldemar in der von Leo Ascher komponierten "ulkigen Pharaonenoperette Ramsenit […] voll drastischem Humor" auf. Das interessante Blatt berichtete über die die Tanzeinlagen der Sachetto im Wiener Varieté Ronacher:
"Im Varietéteil sind die Tanzproduktionen Rita Sachetto billig in den Vordergrund zu stellen. Charakteristisch und voll körperlicher Anmut weiß die Künstlerin durch ihre Tanzschöpfungen das Publikum zu fesseln."
Die 1880 in München geborene und von Isadora Duncan inspirierte Rita Sachetto kam bereits vor dem Ersten Weltkrieg nach Wien, wo sie als Tänzerin von Erfolg zu Erfolg eilte. Künstler, unter ihnen Josef Hoffmann, Gustav Klimt oder Koloman Moser, lagen ihr zu Füßen. 1908 tourte sie durch Nord- und Südamerika und trat sogar an der Metroplitan Opera in New York auf. 2 Jahre späte absolvierte sie eine Tournee durch das kaiserliche Russland. Während des Weltkriegs drehte sie in Dänemark Filme für das Filmunternehmen Nordisk. Nach dem Krieg trat sie immer wieder in Wien auf, unter anderem 1922 – wieder im Ronacher – in einem Sketch mit dem anrüchigen Titel "Cocain". 1930 heiratete Sachetto den polnischen Grafen Zamoyski, zog mit ihm nach Polen. Wenig später übersiedelte das Paar nach Genua, wo Rita Sachetto 1959, im 79. Lebensjahr stehend, verstarb.
Link:
Theater und Vergnügungen (Theaterprogramm im Neuen Wiener Journal vom 19. März 1919)