Am 26. März 1919 berichtete Der Neue Tag von einem Konzert der erst 12-jährigen aus Ungarn stammenden Geigenvirtuosin Erna Rubinstein, die das Wener Publikum 1919 Sturm eroberte. Ihre Darbietung eines Violinkonzertes des russischen Komponisten Alexander Gazunov stieß allerdings auf verhaltene Kritik:
"Erna Rubinstein, wohl das bedeutendste Wunderkind der Gegenwart, hat mit dem undankbaren und dabei unerhört schwierigen Violinkonzert von Glazunow nicht den gleich stürmischen Beifall verblüffter Zuhörer erzielt, wie unlängst nach dem Vortrag des Mendelssohnschen Konzertes. Die Ursachen dafür liegen in der mangelhaften Akustik des großen Konzerthaussaales und in der ein wenig zu fadenscheinigen Arbeit, in deren thematischem Geflechte der Reproduzierende sich leicht verwirrt."
Nachdem Erna Rubinstein in Wien zur gefeierten Violinenvirtuosin aufgestiegen war, verließ sie Österreich und tourte durch Westeuropa, Skandinavien, Kanada und durch die Vereinigten Staaten. In Washington trat sie sogar im Weißen Haus auf und gab Präsident Harding ein privates Konzert. Rubinstein, die jüdischer Herkunft war, lebte bis 1937 in Budapest und emigrierte im Oktober 1937 in die Vereinigten Staaten, wo sie 1952 in Pittsburg verstarb.
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Erna Rubinstein, wohl das bedeutendste Wunderkind der Gegenwart (Der Neue Tag vom 26. März 1919)
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