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Von Tag zu Tag 1917 bis 1919

8. März 1919

Käthe Rantzau in der komischen Oper "Die galante Markgräfin" von Oskar Straus, 1919
Käthe Rantzau in der komischen Oper "Die galante Markgräfin" von Oskar Straus; © Wiener Salonblatt vom 8. März 1919

1878 kam in Dänemark die spätere Sopranistin Käthe Rantzau zur Welt. Nach einigen Auftritten in Kopenhagen wurde sie 1912 an das Theater an der Wien engagiert, wo sie sogleich zum Publikumsliebling avancierte. Es dauerte nicht lang, bis sie an die Volksoper geholt wurde und auch immer wieder Gastspiele an der Wiener Staatsoper gab. Das Wiener Salonblatt veröffentlichte am 8. März 1919 ein Foto der Rantzau in ihrer aktuellen Rolle der Markgräfin in Oskar Straus' komischer Oper "Die galante Markgräfin" mit einem kurzen Bericht:

"Die charmante junge Künstlerin, eines der meistbewundertsten und beliebtesten Mitglieder der Volksoper, ist eine geborene Dänin und sang in der ersten Zeit ihrer Künstlerkarriere in Kopenhagen einige Wiener Operetten als Gast. Ihr Ehrgeiz aber strebte höher, sie wollte viel lernen und zur Oper übergehen. Da jedoch für letztere in der dänischen Hauptstadt nur ein sehr beschränktes Tätigkeitsfeld vorhanden, ein Teil der dortigen Bevölkerung ist ja gewiß sehr für große Musik und Gesang, der Hauptteil aber liebt nur leichtere Musik, begab sich Frl. Rantzau Studienhalber nach London und Berlin, war aber mit selben erst hier in Wien befriedigt. Die alte Donaustadt liebt sie sehr und will auch trotz mehrerer sehr guter Engagements nach Deutschland bei uns bleiben […] Für diesen Sommer lud sie Siegfried Wagner ein, nach Bayreuth zu kommen, um dort zu studieren."

Tatsächlich wurde die Rolle der "Sieglinde" in Richard Wagners "Walküre" später eine ihrer Paraderollen. Neben ihrer Rolle als Opern- und Operettendiva war Käthe Rantzau aber auch als "Luxusauto-Diva" (Die Stunde vom 21. Juni 1926) bekannt, die mit ihrem französischen "Amilcar Grand Sport" oder einem "Ansaldo" aus Genua zahlreiche Preise bei Autowettfahrten gewann, sei es bei Damenrennen in der Prater Hauptallee in Wien, bei Rennen am Semmering oder bei den Tauernrennen. In den 1930er Jahren wirkte Käthe Rantzau außerdem als Gesangslehrerin am Neuen Wiener Konservatorium in einem bis heute bestehenden Gebäude in der Schönburgstraße 16 in Wien-Wieden. Sie verstarb nach kurzer Krankheit am 7. August 1936 und wurde tags darauf im Wiener Krematorium eingeäschert.

Link:
Theater, Konzert, Kunst, Wissenschaft, Literatur (Wiener Salonblatt vom 8. März 1919)

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